Ölziehen

Unter dem im Volksmund als «Ölziehen» oder auch "Speichelziehen" bezeichnete Vorgang , versteht man Folgendes: Etwa ein Esslöffel Öl wird im Mund bewegt und unter leichtem Saugen "durch die Zähne gezogen".

Dabei erfolgt eine deutliche Speichelsekretion aus den Ohr-, Unterkiefer- und Unterzungenspeicheldrüsen.

 

Die Intensität dieser Speichelsekretion kommt nicht nur durch die Wirkung des Speiseöls zustande, sondern auch durch die mechanischen Reize des Saugens.

 

Der menschliche Körper versucht Schadstoffe aus dem Blut und dem Zwischenzellgewebe unter anderem über die Schleimhäute (Mund-, Lungen-, Nasen-, Magen-Darmschleimhäute) los zu werden. Dies geschieht vor allem während der Regenerationszeit in der Nacht (morgendlicher Mundgeruch ist ein Zeichen für diesen Vorgang!) oder wenn die inneren Organe aktiviert werden (Verdauungsvorgang, Erhöhung der Atemfrequenz, Ative Organentgiftung > Fastenkur, Basische Körperpflege, Chi Nei Tsang usw.)

 

In Bezug auf die Mundschleinmhäute und die Speicheldrüsen geschieht die Ausscheidung von Schadstoffen hauptsächlich beim Kauen. Wie geht das?
Beim Kauen wird die Absonderung von Speichel aus den Speicheldrüsen angeregt. Dadurch werden in den Speichldrüsen eingelagerte Giftstoffe (z.B. aus Nahrungsmittelzusatzstoffen, Kosmetika, Amalgamfüllungen) freigesetzt, die dann in den Kaupausen, von den Schleimhäuten im Mundraum wieder aufgenommen werden. So kommt es bei chronischen Belastungen immer wieder zu "Rückvergiftungen".
Das bedeutet, dass die Belastung der Speicheldrüsen und Mund/Rachenschleimhäute mit Schadstoffen umso mehr zunimmt, je länger die Pause des Kauens (z.B. zwischen den Mahlzeiten oder über Nacht) ist.

Gleichzeitig gelangen die Giftstoffe, die beim Kauen aus den Speicheldrüsen freigesetzt werden, auch in den Verdauungstrakt und die Atemorgane, wo sie von den Schleimhäuten des Magens, der Därme und der Atemwege aufgenommen werden.

 

Hierzu zwei Hinweise aus der Fachliteratur:

  • Es ist erwiesen, dass verschiedene körperfremde Substanzen teilweise in die Speichelflüssigkeit ausgeschieden werden. (Löffler, Petrides, Heinrich 2007).
  • Etwa ein Viertel des aufgenommenen Nitrates wird beim Menschen aus dem Blut wieder mit dem Speichel in die Mundhöhle sezerniert und teilweise zu Nitrit reduziert. (...) Die Nitrite können mit sekundären Aminen die krebserregenden Nitrosamine und Nitrosamide bilden (Ternes, Täufel, Tunger, 2005).

 

Folglich ist das Öl- oder eben Speichelziehen am wirkungsvollsten, wenn es am Morgen noch vor dem Frühstück durchgeführt wird.

 

Das Ölziehen hat sich vor allem bewährt bei:

  • Erkrankungen der oberen Luftwege wie Bronchitis, Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit
  • Schnupfen
  • Verschleimung der Kiefer-, Stirn- und Nebenhöhlen
  • Zahn- und Zahnfleischerkrankungen, Zahnstein.

 

Bei regelmässiger Anwendung ist es eine wirksame Methode zur

  • Entgiftung des Organismus (Verdauungstrakt)
  • Stärkung der Abwehrkraft gegen Infekte
  • Steigerung des körperlichen Wohlbefindens.

 

Ablauf

Es kann sein, dass sich bei einigen Menschen bei den ersten Ölziehvorgängen bereits nach wenigen Minuten eine leichte Übelkeit einstellt oder dass sie einen leichten Brechreiz verspüren. Das ist ein Zeichen dafür, dass sehr viele "Altlasten" aus den Mundschleimhäuten freigesetzt werden. Dies gilt insbesondere auch für Menschen mit noch vorhandenen Amalgamfüllungen.

 

Zu Beginn sollten deshalb die ersten Ölziehvorgänge nicht länger als 5 Minuten dauern, da es sonst zu einer Rückvergiftung über die Mundschleimhäute kommen kann.

Es können aber problemlos mehrere Durchgänge gemacht werden - natürlich immer wieder mit neuem Öl - so dass pro Durchgang ca. 5 bis 30ml Speichel zur Ausleitung gebracht werden.

 

Also, Sie bewegen etwa 1 Esslöffel Sonnenblumen- oder Sesamöl während 5 bis 20 Minuten im Mund und "ziehen" das Öl durch die Zähne.

Beim Erreichen eines «vollen Mundes» (etwa 20 bis 40 ml Mundinhalt) wird das Gemisch aus Speiseöl und Speichel in ein Haushaltpapier oder einer Papierserviette ausgespuckt und mit dem Hausmüll entsorgt.

 

Aufgrund des eventuellen Toxingehaltes darf dieses Speichel-Ölgemisch keinesfalls ins Abwasser entsorgt werden!!!

 

Mit der Zeit kann ein einzelner Speichelziehgang über 10 bis 20 Minuten ausgedehnt werden. Die Hauptsache ist, dass möglichst viel Speichel zur Ausleitung kommt und die Durchführung möglichst morgens vor dem Frühstück erfolgt.

 

WICHTIG: Da das Ölziehen das Zahnfleisch aufweicht, muss dieses nach jedem Ölziehen unbedingt mit einem Zahnpulver kurz massiert werden. Die Inhaltsstoffe des Zahnpulvers straffen und kräftigen das aufgeweichte Zahnfleisch und unterstützen die Regeneration. Ansonsten kann eine bestehende Paradontose verstärkt bzw. die Rückbildung des Zahnfleisches begünstig werden.

 

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TIPP: Wir gönnen unseren Schleimhäuten nach dem Ölziehen eine basische Nasen- und Mundspülung. Diese Spülung beugt Erkältungskrankheiten vor und ist zudem für Heuschnupfenallergiker und bei Stirnkieferhöhlenerkrankungen sehr angenehm. Dazu nehmen wir ca. eine Messerspitze Meine Base auf 1 - 2 dl körperwarmes Wasser und ziehen diese Lauge sanft durch die Nasenöffnungen hoch. Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden.